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ERC Starting Grant für Neva Caliskan

Die Juniorprofessorin erhält mit ihrem Projekt „T-FRAME“ Millionenförderung des Europäischen Forschungsrates.

Der Europäische Forschungsrat (ERC) zeichnet Neva Caliskan mit der renommierten Förderung von bis zu 1,5 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren aus.

Die ERC Starting Grants sollen gezielt jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern den Karrieresprung zu unabhängigen Spitzenforschern ermöglichen. Über alle Disziplinen hinweg vergibt der ERC im Jahr 2020 insgesamt 436 Starting Grants mit einer gesamten Fördersumme von 677 Millionen Euro. Dabei waren europaweit rund 13 Prozent der Bewerbungen erfolgreich.

Rolle veränderter Ableseraster des Erbmaterials bei Infektionen

Neva Caliskan leitet die Forschungsgruppe „Rekodierungsmechanismen in Infektionen“ am HIRI in Würzburg, einem Standort des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI), und hat eine Juniorprofessur an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg inne. Mit ihrem nun vom ERC geförderten Projekt „T-FRAME“ geht sie der Frage nach, wie relevant sogenanntes Frameshifting in eukaryotischen Zellen bei Infektionen ist. Die Abschnitte vieler Gene im Erbmaterial, die den Code für bestimmte Proteine tragen, enthalten auch Sequenzelemente, die die Herstellung der Proteine behindern können. Diese Hindernisse verursachen jedoch nicht nur Probleme, sondern bergen auch Chancen für die Zelle, durch die Nutzung eines alternativen Ableserasters – das programmierte Ribosomen-Frameshifting – die Kodierungskapazität des Erbmaterials zu erhöhen. Frameshifting ist bei Viren und Bakterien weitgehend erforscht, beim Menschen jedoch nur unzureichend verstanden. „Den neu bewilligten ERC Starting Grant möchte ich mit meinem Team dazu nutzen, die Grundprinzipien des translatorischen Frameshifting beim Menschen, insbesondere als Reaktion auf Infektionen, zu untersuchen“, sagt Caliskan. „Ein besseres Verständnis der Auswirkungen auf Infektionen und die angeborene Immunität wird uns langfristig neue Werkzeuge für die synthetische Biologie und neue Möglichkeiten für RNA-gebundene antivirale Therapien und Immuntherapien bieten.“

„Ich freue mich außerordentlich über den großen Erfolg bei der Einwerbung der ERC Starting Grants und möchte den Preisträgerinnen und dem Preisträger herzlich gratulieren“, sagt Prof. Dirk Heinz, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des HIRI-Mutterzentrums HZI. „Das Ergebnis spricht für die exzellente Qualität und gesellschaftliche Relevanz der eingereichten Forschungsprojekte, die mit diesen Förderungen nun bestmöglich realisiert werden können.“

ERC Starting Grants:

ERC Starting Grants sind Förderinstrumente des Europäischen Forschungsrats (European Research Council), die junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen dabei unterstützen sollen, den Karrieresprung zu unabhängigen und selbständigen Spitzenforschern zu machen. Bei Antragsstellung dürfen höchstens sieben Jahre seit dem Erlangen des Doktorgrades vergangen sein, ausdrücklich einziges Bewertungskriterium ist die wissenschaftliche Exzellenz der Forscher und des vorgeschlagenen Projektes. Die erfolgreichen Projekte werden bis zu fünf Jahre mit einer Gesamtsumme von bis zu 1,5 Millionen Euro gefördert. Weitere Informationen: https://erc.europa.eu/funding/starting-grants

Der ERC:

Der Europäische Forschungsrat, der 2007 von der Europäischen Union eingerichtet wurde, ist die erste europäische Förderorganisation für exzellente Pionierforschung. Jedes Jahr wählt und finanziert er die besten und kreativsten Forscher jeder Nationalität und jeden Alters aus, um Projekte mit Sitz in Europa durchzuführen. Der ERC bietet vier Kernförderprogramme an: Starting, Consolidator, Advanced und Synergy Grants. Mit seinem zusätzlichen Proof-of-Concept-Grant-Programm hilft der ERC den Grant-Stipendiaten, die Lücke zwischen ihrer Pionierforschung und den frühen Phasen ihrer Vermarktung zu schließen. Weitere Informationen: https://erc.europa.eu/

Nina-Vanessa Panitz

Pressekontakt

Dr. Nina-Vanessa Panitz

Nina Panitz ist ausgebildete Parasitologin vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Als wissenschaftliche Koordinatorin am HIRI betreut sie verschiedene Aktivitäten an der Schnittstelle von Wissenschaft und Verwaltung. Sie sorgt dafür, dass HIRI-Forscher ihre Zeit mit dem verbringen können, was sie lieben: Forschung.


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