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Erforschung der unsichtbaren Welt, die uns umgibt

Wir stellen vor: Elise Bornet, Biotechnologin und Doktorandin im HIRI-Graduiertenprogramm "RNA & Infektion". Ein Interview

 

Das Graduiertenprogramm am HIRI ist einzigartig. Interessenten bewerben sich nicht – wie bei anderen Programmen – für ein bestimmtes Labor und ein vorgegebenes Thema.

Stattdessen dürfen die erfolgreichen Bewerber:innen zunächst drei verschiedene Labore am HIRI kennenlernen. Während dieser Rotationsphase werben die HIRI-Forschungsgruppen um die Doktoranden, bevor diese sich für ihr Ziellabor entscheiden.

In Zusammenarbeit mit den Gruppenleiter:innen sollen die Doktorand:innen ihr Promotionsthema dann eigenständig definieren.

Elise Bornet hat das Labor von Gruppenleiter Alexander Westermann für ihre Doktorarbeit gewählt. Wir wollen wissen, was Elise zu ihrer Forschung motiviert und warum sie nach Würzburg gekommen ist.

Du hast Biotechnologie studiert. Was fasziniert dich daran?

Was mir an der Biotechnologie gefällt, ist die Vision, die Natur zum Vorbild zu nehmen und uns ihre Gesetzmäßigkeiten zunutze zu machen, um neue Technologien und Produkte zu erschaffen. Im Laufe meines Studiums habe ich ein besonderes Interesse an Ribonukleinsäuren (RNA) und Mikroben entwickelt. Ich fand die Möglichkeiten faszinierend, RNA in Mikroorganismen zu untersuchen und die unsichtbare Welt um uns herum besser zu verstehen.

Ich mag die Wissenschaft besonders, weil sie wirklich alles ins rechte Licht zu rücken vermag und uns die Verflechtungen und Komplexität des Lebens verdeutlicht.

Was sind deine zentralen Forschungsthemen?

Mein besonderes Interesse gilt der RNA-Biologie, den Infektionskrankheiten, Wechselbeziehungen zwischen Wirt und Mikrobe, Symbiosen und der Evolution.

Was möchtest du künftig einmal erreichen?

Als ersten Schritt würde ich gerne meine Promotion erfolgreich abschließen. Außerdem bin ich sehr neugierig und möchte einfach noch mehr in die Wissenschaft eintauchen und neue Entdeckungen machen, sei es im Rahmen einer Tätigkeit als Postdoc oder durch andere berufliche Möglichkeiten.

Du kommst aus Frankreich und hast in Straßburg studiert. Dann hast du in den USA geforscht und bist jetzt nach Würzburg gezogen. Welche Erfahrungen hast du an diesen unterschiedlichen Orten gemacht?

Ja, ich habe an verschiedenen Orten studiert: Den Bachelor habe ich in Großbritannien gemacht, meinen Master in Frankreich und den USA, und meine Promotion folgt in Deutschland. Diese internationale Erfahrung ist etwas, das ich sehr zu schätzen weiß. Dadurch habe ich nicht nur erlebt, wie Forschung in verschiedenen Ländern und Umgebungen, nämlich akademisch und industriell, funktioniert, sondern ich konnte mir auch ein sehr vielfältiges Wissenschaftsnetzwerk aufbauen.

Ist es dir leichtgefallen, dich in Würzburg einzuleben?

Sich hier einzufinden war relativ leicht. Obwohl ich zugeben muss, dass es natürlich schwieriger ist, wenn man kein Deutsch spricht. Aber es gibt viele Möglichkeiten, Leute zu treffen, auszugehen und Deutsch zu lernen. Würzburg ist eine sehr schöne Stadt mit vielen interessanten Orten, die es zu entdecken lohnt. Außerdem liegt Würzburg recht zentral in Deutschland, und man kommt von hier relativ schnell auch woanders hin.

Was hat dich dazu bewogen, deine Promotion in unserem Graduiertenprogramm „RNA & Infektion“ anzugehen?

Ich habe mich für eine Promotion im Graduiertenprogramm "RNA und Infektion" entschieden, weil ich zunächst noch nicht sicher war, worauf ich mich in meiner Doktorarbeit konzentrieren sollte. Ich wusste nur, dass ich promovieren und mit RNA und Infektionskrankheiten arbeiten wollte. Das Graduiertenprogramm am HIRI ist ideal, um in dieses Forschungsgebiet einzusteigen. Es war ausgesprochen hilfreich, erst drei verschiedene Labore kennenzulernen, bevor man sich auf ein Dissertationsthema festlegt. In diesen 18 Wochen hatte ich die Möglichkeit, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts zu treffen und auch technisch viel zu lernen.

Nach dem Ende dieser Rotationsphase fand ich es besonders toll, meinen eigenen Promotionsantrag ausarbeiten zu können. So konnte ich Techniken und Themen, die ich in den verschiedenen Laboren entwickelt hatte, miteinander vernetzen. Das war ein großer Vorteil. Wenn du dein eigenes Promotionsvorhaben verfolgen kannst, schätzt du dein Forschungsgebiet und Thema noch viel mehr.

Was würdest du anderen empfehlen, bevor sie sich bewerben?

Ich würde empfehlen, sich vor einer Bewerbung über das Institut, die Forschung, die Menschen, das Umfeld und das Leben in Deutschland zu informieren.

Woran arbeitest du gerade?

Gegenwärtig setze ich die Einzelzell-RNA-Sequenzierung an einem kommensalen Darmbakterium, Bacteroides thetaiotaomicron, ein. Ich möchte die Heterogenität dieser Mikroorganismen erforschen und die Einzelzelltranskriptomik von Bacteroides während der Kolonisation des Wirts und unter Infektionsbedingungen erfassen.


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