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Drei Millionen Euro für RNA-basierte Medizin

Elitenetzwerk Bayern fördert internationales Doktorandenkolleg

Würzburg, 17. Dezember 2021 – Bayern fördert im Rahmen seiner Elitenetzwerk-Initiative die Ausbildung künftiger Führungskräfte in der RNA-basierten Medizin. Über einen Zeitraum von zunächst vier Jahren stellt der Freistaat gut drei Millionen Euro bereit, um das neue Doktorandenkolleg „Future Leaders in RNA-based Medicine“ in Trägerschaft der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg zu etablieren. Kooperationspartner sind die Universität Regensburg sowie in München die Technische Universität und die Ludwig-Maximilians-Universität. Sprecher ist Jörg Vogel, Direktor des Instituts für Molekulare Infektionsbiologie (IMIB) der JMU sowie des Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI).

Die Coronavirus-Pandemie hat ein Biomolekül ins Licht der Öffentlichkeit gerückt, das dem breiten Publikum zuvor kaum bekannt war. Ribonukleinsäure – kurz RNA – ist schnell zum Hoffnungsträger im Kampf gegen die Pandemie avanciert. Und tatsächlich konnten auf RNA-Basis innerhalb kürzester Zeit erste Impfstoffe entwickelt und zugelassen werden.

Führende Rolle in der RNA-Forschung

Dieser Erfolg baut auf jahrelanger intensiver Grundlagenforschung auf. Bayern nimmt in der RNA-Forschung dabei eine führende Rolle ein. Um diese Position zu sichern und auszubauen, den Transfer in die medizinische Anwendung zu befördern und die international besten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler für den Standort zu gewinnen, fördert der Freistaat jetzt das neue internationale Doktorandenkolleg „Future Leaders in RNA-based Medicine“.

Im Rahmen seiner Initiative „Elitenetzwerk Bayern“ stellt er dafür circa 3,1 Millionen Euro über einen Zeitraum von zunächst vier Jahren bereit. Es besteht die Möglichkeit, dass sich eine weitere vierjährige Förderphase anschließt.

Breite Ausbildung für den weltweit besten Nachwuchs

Jörg Vogel, Direktor des Instituts für Molekulare Infektionsbiologie (IMIB) an der JMU sowie des Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) und zugleich Sprecher des neuen Programms, erläutert das Konzept: „Wir wollen die weltweit besten Doktorandinnen und Doktoranden für die Zukunft der RNA-Präzisionsmedizin gewinnen und sie breiter ausbilden, als dies in individuellen drittmittelfinanzierten Doktorandenprojekten möglich ist. Internationale Sichtbarkeit und Vernetzung, extracurriculare Aktivitäten und Einblicke in die Industrie sind unter anderem die Parameter unseres integrativen Ansatzes, der unseres Wissens weltweit einmalig ist.“

Gemeinsam mit den am Programm beteiligten Standorten, der Universität Regensburg sowie der Technischen Universität München und der Ludwig-Maximilians-Universität München, soll so eine künftige Generation von Führungskräften in der RNA-basierten Medizin auf internationalem Parkett geschult werden. Zielsetzung ist es, herausragende wissenschaftliche Nachwuchstalente fit zu machen für Karrieren in Forschung und Industrie, aber auch als Unternehmerinnen oder politische Entscheidungsträger.

Renommiertes Instrument zur Begabtenförderung

„Mit dem Elitenetzwerk Bayern unterhält der Freistaat seit nunmehr über 15 Jahren ein national und international renommiertes Instrument zur Begabtenförderung vom Abitur bis in die Postdoc-Phase hinein“, sagte Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler bei der Bekanntgabe der neuen Doktorandenkollegs. Mit diesem Instrument erhielten die bayerischen Hochschulen die Chance, ungewöhnliche und experimentelle Formate in der Graduiertenausbildung zu verwirklichen.

Nach seinen Worten bieten diese Kollegs bestmögliche Bedingungen, „um Hand in Hand mit unseren Nachwuchstalenten innovative, kreative und leidenschaftliche Spitzenforschung an den Zukunftsthemen unserer Gesellschaft zu realisieren.“

Internationale Expertenkommission

Die Auswahl der geförderten Projekte basiert auf einer Empfehlung einer hochkarätig besetzten internationalen Expertenkommission des Elitenetzwerks Bayern unter dem Vorsitz des ehemaligen Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Professor Peter Strohschneider.

 

Britta Grigull

Pressekontakt

Dr. Britta Grigull