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Von der Forschung zum Patienten: EpiCure und der m⁴Award 2025

Eine Erfolgsgeschichte von Yasmin Gärtner (Doktorandin an der Ludwig-Maximilians-Universität München)

Im Rahmen meiner Doktorarbeit hatte ich die Möglichkeit, Kernmitglied des Forschungsprojekts EpiCure zu werden. Dieses ist am Institut für Chemische Epigenetik München (ICEM) der Ludwig-Maximilians-Universität München angesiedelt und bereitet sich auf eine Ausgründung in ein unabhängiges Unternehmen vor. Zusammen mit Prof. Dr. Thomas Carell, Dr. Matthias Heiss, Dr. Mike Rothe und Jun.-Prof. Dr. Franziska Traube arbeiten wir daran, ein neuartiges, verbessertes Krebstherapeutikum für Patienten mit hämatologischen Neoplasien wie akuter myeloischer Leukämie (AML) und myelodysplastischem Syndrom (MDS) auf den Markt zu bringen.

Unser Hauptkandidat, Carbacitabine (CAB), ist ein Hypomethylierungsmittel der nächsten Generation mit einer gezielten strukturellen Modifikation, die ihm eine außergewöhnliche Stabilität gegenüber Abbauprozesse verleiht – was zu einer 100-fach reduzierten Toxizität im Vergleich zu den aktuellen Behandlungsstandards führt. Neben seinem verbesserten Sicherheitsprofil weist CAB eine überlegene Wirksamkeit auf. Entscheidend ist außerdem, dass es Resistenzmechanismen, durch die bestehende Therapien für viele Patienten unwirksam werden, überwinden kann. Der Patentschutz wurde in mehreren Ländern gesichert, weitere Anmeldungen sind international ausstehend.

Ein wichtiger Meilenstein für EpiCure war der Gewinn des m⁴Award 2025, einem Pre-Seed-Wettbewerb. Er wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie ausgeschrieben und von der BioM Biotech Cluster Development GmbH koordiniert. Auf der BayOConnect-Konferenz in München hatte unser Team die Ehre, diese kompetitive Auszeichnung unter einer Vielzahl von Bewerbern entgegenzunehmen. Mit dem Preisgeld in Höhe von 500.000 Euro wurden bereits wichtige präklinische Studien finanziert, darunter ADME/DMPK-Analysen zur Charakterisierung des pharmakologischen Verhaltens von CAB. Die restlichen Mittel werden für weitere Studien verwendet, um die regulatorischen Grundlagen für die ersten Studien am Menschen zu schaffen. Diese Finanzierung bringt uns unserem Ziel, Leukämiepatienten eine sicherere und wirksamere Therapieoption anzubieten, erheblich näher und ist ein entscheidender Schritt in Richtung der bevorstehenden Ausgründung von EpiCure.

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