EN | DE

Der alpine RNA-Gipfel in St. Moritz

RNAmed nahm am Finale des Schweizer NCCR RNA & Disease teil

Das Symposium mit dem Titel „Molekulare Mechanismen von RNA bei Krankheiten“ war die finale wissenschaftliche Tagung des Schweizer National Center of Competence in Research (NCCR) RNA & Disease Programms und markierte den erfolgreichen Höhepunkt von zwölf Jahren koordinierter RNA-Forschung. Das Symposium fand vom 26. bis 29. Januar 2026 in St. Moritz, Schweiz, statt und brachte Forscher aus der Schweiz, Österreich, Frankreich und Deutschland zusammen, um über wichtige Fortschritte in der RNA-Biologie zu reflektieren und neue Kooperationen zu fördern. RNAmed war als Co-Organisator sowie mit Vorträgen und Postern an dieser Tagung beteiligt.

Das wissenschaftliche Programm umfasste elf Sessions zu den Themen RNA-Therapeutika, RNA-Modifikationen, Translation, kleine RNAs, RNA-Prozessierung, Genom-Engineering, RNA-Qualitätskontrolle und Krankheitsmodelle. Die thematisch gegliederten Sessions boten eine ausgewogene Mischung aus Keynote-Vorträgen und Kurzvorträgen, in denen sowohl grundlegende Mechanismen als auch translatorische Ansätze beleuchtet wurden. Ergänzend zum Vortragsprogramm bot das Symposium zwei umfangreiche Poster-Sessions mit mehr als 130 Beiträgen und einen freien Nachmittag, um die einzigartige alpine Kulisse des Engadin-Tals in Graubünden für den gemeinschaftlichen Austausch außerhalb des Vortragssaals zu nutzen.

Unter den internationalen Keynote-Vorträgen haben uns insbesondere Sarah A. Woodson, Adrian Krainer und Javier Caceres inspiriert, die ergänzende Perspektiven zu RNA-Struktur, RNA-Regulierung und Relevanz von RNA für Krankheiten lieferten. Woodson skizzierte die mechanistischen Prinzipien der rRNA-Faltung und Ribosomen-Assemblierung und betonte die Rolle der RNA-Struktur, Helikasen und Modifikationen für die Gewährleistung der Translationsgenauigkeit. Krainer stellte Spleiß-umschaltende Antisense-Oligonukleotide zur selektiven Modulation pathogener Spleiß-Programme vor und veranschaulichte, wie detaillierte Kenntnisse der RNA-Verarbeitung in therapeutische Strategien umgesetzt werden können. Caceres konzentrierte sich auf RNA-Qualitätskontrollwege sowie integrierte RNA-Verarbeitungs- und Überwachungsmechanismen, die die Genauigkeit der Genexpression mit Krankheiten verknüpfen. Zusammen verbanden diese Beiträge grundlegende und translationale Aspekte der RNA-Biologie und hoben RNA-zentrierte Mechanismen als entscheidende Determinanten der Zellfunktion hervor.

Als Ergänzung zum intensiven wissenschaftlichen Programm umfasste das Symposium auch einen Kreativitätswettbewerb, ein Flying Dinner und eine Konferenzparty, die darauf abzielten, Kollegen näher zusammenzubringen und neue Forschungskontakte zu knüpfen. Beim Kreativitätswettbewerb wurde deutlich, dass unsere Nachwuchstalente nicht nur experimentell im Labor, sondern sehr vielseitig kreativ sind. Marina Sauer vom RNAmed-Programm wurde für ihr Persönlichkeitsquiz „Which RNA are you?” mit dem ersten Preis ausgezeichnet und erhielt eine Nikon-Kamera. Das Flying Dinner bot eine großartige Plattform für einen eher zwanglosen Austausch. Zum Abschluss gab es eine kleine Party, bei der die Teilnehmer:innen mit ausgeklügelten Tanzschritten glänzten.

Das Abschlusssymposium des NCCR RNA & Disease war sowohl ein wissenschaftlicher Meilenstein als auch ein zukunftsorientiertes Forum. Durch die Zusammenführung etablierter Expert:innen und aufstrebender Wissenschaftler:innen aus benachbarten europäischen Ländern stärkte die Veranstaltung den Geist der Zusammenarbeit. Mit einer klaren Botschaft endete das Treffen: Obwohl das NCCR-Programm RNA & Disease formell endet, werden die Netzwerke, Konzepte und Technologien, die es gefördert hat, unter dem neuen Dach des Swiss Institute for RNA & Disease (SIRD) weiterbestehen und auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur RNA-Forschung und RNA-basierten Medizin leisten.

Wir bedanken uns herzlich bei den lokalen Organisatoren für die Einladung und freuen uns auf eine weiterhin gute Partnerschaft.

Mario Seimel – Doktorand in der Gruppe von Prof. Dina Grohmann (Universität Regensburg)

Zurück zu RNAmed